Schulabschluss in Neuseeland: eine meiner besten Entscheidungen

Mia ist von Juli 2025 bis Dezember 2026 am Pāpāmoa College in Tauranga

Mia
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Der "Mud Run“ auf Matakana Island ist Teil des International Programms
Mud Run auf Matakana Island
Mit meiner Freundin Greta in einer natürlichen Thermalquelle in Rotorua
Thermalquelle in Rotorua
Pāpāmoa Beach
Pāpāmoa Beach

Kia Ora, ich bin Mia und lebe seit 12 Monaten in Pāpāmoa, in der wunderschönen Bay of Plenty.

Ich kann kaum glauben, wie schnell die Zeit vergangen ist. Nächste Woche beginnt bereits mein vorletzter Term (Term 3 ) am Pāpāmoa College und gleichzeitig bin ich dann genau seit einem Jahr in Neuseeland. Das Jahr war sehr besonders für mich und hat mich in vielerlei Hinsicht besonders geprägt.

Ich gehe auf das Pāpāmoa College in Pāpāmoa, in der Nähe von Tauranga. Die Schule ist eine staatliche Schule von Year 7 bis Year 13 mit rund 1.800 Schülerinnen und Schülern. Ich bin super zufrieden mit der Wahl meiner Schule und finde den Ort echt super!! Pāpāmoa liegt direkt am Meer und Mount Maunganui, die nächste Stadt, ist nah und einfach zu erreichen. Das College gefällt mir auch sehr gut, jedoch sind wir seit diesem Januar ziemlich viele Internationals, was es schwieriger macht, mit Kiwis zu connecten. Es kommt aber auch darauf an, wie offen man für neuseeländische Freundschaften ist oder lieber als Internationals unter sich bleiben möchte. Unabhängig davon sind hier alle super nett und ich gehe gerne zur Schule.

Da ich mich dazu entschieden habe, länger hier zu bleiben und mein letztes Schuljahr in Neuseeland zu beenden, hat sich einiges geändert. Ich bin nach Abschluss der 10. Klasse am Gymnasium im Juli 2025 nach Neuseeland gekommen. Geplant hatte ich, nach 9 Monaten im April 2026 nach Deutschland zurückzukehren und im Sommer die 12. Klasse an meiner deutschen Schule zu starten, um Abitur zu machen. Im Dezember habe ich durch eine Freundin, die gerade ihr NCEA in Wellington gemacht hatte, zum ersten mal von der Möglichkeit gehört, einen Schulabschluss in Neuseeland zu machen, der unter bestimmten Bedingungen als Abiturequivalent angesehen werden kann. Da ich mich im neuseeländischen Schulsystem schon seit Anfang an recht gut zurechtgefunden habe, klang es für mich sehr spannend, das Abitur innerhalb eines Jahr zu machen. Nach ein wenig Recherche hat mich der Gedanke des neuseeländischen Schulabschluss nicht mehr losgelassen und ich habe angefangen, mit meinen Eltern darüber zu reden. Nachdem sich meine Eltern zum NCEA informiert haben und ich ein Gespräch mit meinem College hatte, habe ich mich dazu entschieden, meinen Aufenthalt zu verlängern und nach den neuseeländischen Sommerferien Year 13 zu starten.

Ich hatte sehr viel Glück und meine Gastmutter hat mir angeboten, weiter bei ihnen leben zu bleiben. Da ich mich wirklich gut mit meiner Gastfamilie verstehe, hat das meine Entscheidung sehr viel einfacher gemacht, da ich wusste, ich kann bleiben, wo ich mich sehr wohl fühle.

Ich belege die Fächer Mathe (Algebra & Calculus), Englisch, Französisch, Biologie, Social Studies und Hard Tech. Für die Anerkennung des NCEA als Abitur in Deutschland braucht man mindestens 5 Fächer, die verschiedene Fachbereiche abdecken müssen. Ich habe mich deshalb für meine eben genannten Fächer entscheiden. Hard Tech habe ich mehr als „Spaßfach“ gewählt, da ich es als freiwilliges 6. Fach nehme und ich dadurch zusätzliche Credits in einem praktischen Fach als Ausgleich zu all den „Lernfächern“ sammeln kann. Bei der Fächerwahl kann jeder aber auch wählen, wie es am besten gefällt und bspw. statt Bio Chemie machen oder statt Social Studies Geschichte … Deutsch belege ich nicht direkt als Fach, jedoch werde ich die „End of the Year External Exams“ mitschreiben, um weitere Credits zu sammeln.

Insgesamt finde ich das Schulsystem in Neuseeland ziemlich anders im Vergleich zum deutschen Schulsystem, jedoch empfinde ich es als einfach, reinzukommen und auch zu verstehen. Statt Noten von 1-6, werden hier Credits gesammelt. Um NCEA an sich zu bestehen, werden 60 Credits durch verschiedene Fächer benötigt. Für die Anerkennung als Abitur brauche ich jedoch 90 Credits. Credits kann man in „Assessments“ sammeln und auch am Ende des Jahres durch die Abschlussprüfungen. Ein Assessment ist vergleichbar mit einem Test, der jedoch meist über mehrere Schulstunden oder über Wochen geschrieben wird. Assessments, die mehr Aufwand sind und auch zuhause bearbeitet werden, geben meist 5 oder 6 Credits. Kleinere Assessments um die 3 Credits. Als Noten kann man Assessments mit N= Not Achieved, A= Achieved, M= Merit, und E= Excellence bestehen. Diese Benotung hat aber nichts mit der Anzahl der Credits zu tun, die man pro Assessment erreichen kann, denn diese bleibt bei jeder Note gleich.

Als ich mich dazu entschieden habe, NCEA zu machen, bin ich zunächst davon ausgegangen, dass die Schule für mich deutlich leichter werden würde als in Deutschland. Mittlerweile weiß ich, dass das nicht ganz stimmt. Das neuseeländische Schulsystem ist zwar anders aufgebaut und der Fokus liegt weniger auf dem Auswendiglernen für Klausuren, trotzdem können die Assessments und vor allem die Abschlussprüfungen sehr anspruchsvoll sein.

Der größte Unterschied war für mich, dass ich in den ersten Monaten meines Auslandsjahres keine Noten bekommen habe. Dadurch wurde von mir schulisch natürlich deutlich weniger erwartet und ich konnte die Schule viel entspannter erleben. Seit ich offiziell meinen Schulabschluss in Neuseeland mache, hat sich das komplett verändert. Plötzlich ging es darum, Credits zu sammeln, Assessments erfolgreich abzuschließen und auf die Anerkennung des NCEA als Abitur hinzuarbeiten. Dieser Wechsel war anfangs eine echte Umstellung.

Natürlich gab es auf diesem Weg auch einige Herausforderungen. Besonders am Anfang musste ich mich erst daran gewöhnen, wie die Assessments funktionieren und wie wichtig eine gute Planung der eigenen Lernzeit ist. Gleichzeitig werden die External Exams etwas völlig Neues für mich sein. Zum Glück wurde ich dabei immer von meiner Familie in Deutschland, meiner Gastfamilie und auch von meinen Lehrerinnen, Lehrern und den International Coordinators unterstützt. Gerade diese Unterstützung hat mir sehr geholfen und mir gezeigt, dass man hier wirklich gemeinsam daran arbeitet, die eigenen Ziele zu erreichen.

Inzwischen bin ich ungefähr zur Hälfte meines Year-13-Schuljahres angekommen und bin immer noch unglaublich dankbar, diese Möglichkeit zu haben. Die vergangenen beiden Terms waren voller neuer Erfahrungen. Neben der Schule durfte ich an verschiedenen Ausflügen teilnehmen und sogar mit der Schule auf Camp fahren. Zu meinen persönlichen Highlights gehörten definitiv der Schulball sowie der Ausflug nach Raglan mit dem Surfteam – Erlebnisse, an die ich mich noch lange erinnern werde.

Ich freue mich jetzt auf die kommenden Monate, auch wenn mit den External Exams noch eine spannende und herausfordernde Zeit vor mir liegt. Gleichzeitig möchte ich die Zeit mit meiner Gastfamilie und meinen Freunden hier in Neuseeland so gut wie möglich genießen, denn mir ist bewusst, wie schnell diese besondere Zeit vorbeigeht. Rückblickend war die Entscheidung, meinen Aufenthalt zu verlängern und meinen Schulabschluss in Neuseeland zu machen, eine der besten Entscheidungen, die ich hätte treffen können.

Liebe Grüße aus Neuseeland, Mia

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